Fitnessuhren & Smartwatches mit GPS - Worauf Du achten musst

Fitnessuhr GPSMittlerweile hat fast jedes Wearable GPS - und das ist auch gut so, denn GPS bietet Dir viele Vorteile. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den Modellen.

Mithilfe von GPS sind die meisten Features Deiner Smartwatch erst möglich. Dazu zählen unter anderem Distanzmessung, Standorterfassung und die Berechnung der aktuellen Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung.

Auf diesen Daten basieren die unterschiedlichsten Funktionen - von Sporttracking bis zur Berechnung Deines Kalorienverbrauchs.

Du kannst Dir also mit Sicherheit gut vorstellen, dass GPS in der Smartwatch eine große Rolle spielt. Stellt sich natürlich die Frage: Welche Unterschiede gibt es? Wodurch unterscheiden sich zum Beispiel GPS & Connected GPS?

In diesem Artikel findest Du daher eine ausführliche Beratung und alle Antworten zum Thema GPS in Wearables.

Wie funktioniert GPS in Deiner Smartwatch?

GPS steht für Global Positioning System und wurde ursprünglich vom US-Vertedigungsministerium in den 1970 Jahren entwickelt.

Seit 2016 gibt es übrigens auch ein europäisches Navigationssystem, auch Galileo genannt.

Während das GPS aus den USA (NAVSTAR GPS) für zivile Anwender auf etwa 10 Meter genau ist, weist Galileo für die Öffentlichkeit eine Genauigkeit auf 1 bis 2  Meter auf.

Um es einfach zu halten, werde ich in diesem Artikel immer von GPS sprechen, auch  wenn die meisten Modelle GALILEO nutzen.

 Doch was genau kann ein GPS Sensor messen? Welche Daten liefert mir GPS? Das sind die wichtigsten Daten, die Deine Smartwatch nur durch GPS erhalten kann:

  • Standortbestimmung
  • Zurückgelegte Distanz
  • Aktuelle Geschwindigkeit

Wie diese Daten konkret genutzt werde, darauf gehe ich später im Detail ein.

Wo liegen die Unterschiede zwischen GPS & Connected GPS?

Kurz gesagt: Bei Smartwatches mit normalem GPS ist der Sensor in dem Gerät selbst eingebaut, während beim Connected GPS der Sensor Deines Smartphones genutzt wird.

Dafür muss Deine Smartwatch per Bluetooth mit Deinem Handy verbunden werden und GPS auf Deinem Handy eingeschaltet sein.

Smartwatch GPS

Bedeutet auch: Ohne Handy keine GPS. Du musst Dein Smartphone also auch beim Sport bei Dir führen. Das ist beim Radfahren noch okay, beim Laufen schon störend und beim Schwimmen ganz unmöglich.

Integriertes GPS ist außerdem meist präziser und schneller Ein- & Ausschaltbar. Du musst Bluetooth auf Deinem Handy nicht aktivieren, es muss keine Verbindung mit dem Smartphone hergestellt werden und so weiter.

Meiner Meinung nach ist eine Smartwatch oder Fitnessuhr mit einem integriertem GPS Sensor immer die bessere Wahl - insbesondere für Sportler.

Allerdings gibt es auch bei dem Connected GPS zwei Vorteile:

1. Die längere Akkulaufzeit

Nutzt Du den integrierten GPS Sensor Deiner Smartwatch oder Fitnessuhr, dann verbraucht dies vergleichbar viel, sogar sehr viel Strom.

Aus diesem Grund werde ich gleich noch auf den Zusammenhang zwischen Akkulaufzeit und GPS Nutzung eingehen.

Beim Connected GPS wird der Stromverbrauch quaisi auf Dein Smartphone übertragen. Dein Handy verbaucht natürlich durch Bluetooth und GPS ebenfalls mehr Strom -  allerdings hat Dein Smartphone einen viel größeren Akku als eine Smartwatch. Dadurch wird die Akkulaufzeit weniger belastet, als das bei einer Smartwatch der Fall ist.

2. Günstigerer Preis

Für eine Smartwatch mit Connected GPS ist wird keine Hardware benötigt, was sich natürlich positiv auf den Preis auswirkt.

Die meisten Wearables mit Connected GPS sind deutlich günstiger.

Übrigens: Achte vor dem Kauf einer Fitnessuhr unbedingt ganz genau auf die technischen Daten. Viele Händler & Hersteller machen nicht deutlich, dass es sich um ein Gerät mit Connected GPS handelt und werben stattdessen einfach nur mit GPS oder "GPS fähig".

Gibt es weitere Qualitätsunterschiede? Worauf muss ich achten?

Es gibt tatsächlich große Qualitätsunterschiede zwischen den Sensoren der Hersteller. Hochwertige Wearables von Garmin sind zum Beispiel mit GPS (USA), GLONASS (Russisches Sattelitensystem) und GALILEO (Europa) kompatibel.

In der Praxis wirkt sich ein hochwertiger GPS Sensor wiefolgt auf Deine Smartwatch aus:

  • Die GPS Verbindung wird schneller (in unter 10 Sekunden) aufgebaut
  • Deine Smartwatch verliert die Verbindung nur selten
  • Die Daten sind allgemein deutlich präziser

Welche Funktionen sind durch GPS in meiner Fitnessuhr möglich?

Kommen wir nun endlich zu den vielen Funktionen, die Dir eine Smartwatch mit GPS bietet. Ich habe die Funktionen hier einmal in drei unterschiedliche Kategorien unterteilt.

Sportfunktionen

Fitnessuhr GPS TestBei vielen Sportarten ist ein GPS Sensor existenziell für ein Tracking. Natürlich gibt es, je nach Modell und Hersteller, unterschiedliche Features. Hier findest Du die meiner Meinung nach wichtigsten Funktionen, die erst durch das GPS möglich werden - bzw. durch GPS unterstützt werden.

Vielleicht entdeckst Du ja hier die ein oder andere Zusatzfunktion, auf das Du bei Deiner nächsten Smartwatch nicht verzichten möchtes:

  • Aktuelle Geschwindigkeit
  • Zurückgelegte Distanz
  • Automatische Pause
  • Automatische Sporterkennung
  • Routenersteller (z.B. für Rad oder Laufen)
  • Zukünftiges Höhenprofil (Steigung)
  • Bahnenanzahl beim Schwimmen

 Wie Du siehst, werden die GPS Daten auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen verwendet, um Dein Training effektiver zu gestalten.

Sonstige GPS Features

Neben den Fitnessfunktionen stehen Dir natürlich noch weitere Features, zum Beispiel zur Navigation zur Verfügung:

  • Routenführung
  • Distanz zum Ziel
  • Trackaufzeichnung
  • Zurück zum Start
  • Punkt-zu-Punkt Navigation

Ergänzende Sensoren

Es gibt einige Sensoren, die zusammen mit einem GPS Sensor noch bessere Daten liefern.

Generell ist es bei einer Smartwatch immer die Mischung der Features wichtig. Nach dem Prinzip: Eine Kette ist nur so stark, wie das schwächste Glied.

Nur wenn alle Bauteile auf einem hohen Niveau funktionieren, kannst Du Dich auf Deine Daten verlassen.

Hier also weitere Sensoren, die Deine Smartwatch oder Fitnessuhr ebenfalls haben sollte. Ich gehe nur kurz darauf ein, was die unterschiedlichen Sensoren bewirken und wann diese wirklich sinnvoll sind.

Barometrischer Höhenmesser

Dieser Sensor erfasst den Luftdruck und errechnet aus diesem die Höhenmeter.

Bei stabiler Wetterlage ist dieser Sensor sehr präzise. Auf Meereshöhe ist der Sensor auf unter 1 Meter genau.

Damit der Sensor funktioniert, muss Du Deine Smartwatch kalibrieren. Dazu benötigst Du einen Bezugspunkt, an dem die Höhenmeter bekannt sind - also zum Beispiel eine Berghütte.

Es ist bei einigen hochwertigen Smartwatches & Fitnessuhren allerdings auch möglich, dass die Höhenmeter aus dem vorliegenden Kartenmaterial erkannt wird und der Barometer so seinen Bezugspunkt setzt.

Dieser Sensor ist übrigens nur dann wirklich zuverlässig, wenn es in Deiner Region große Höhenunterschiede gibt.

Alternativ kannst Du die Höhenmeter natürlich auch per GPS erfassen. Dafür musst Du allerdings Empfang von mindestens 4 Satteliten erhalten - desto mehr, desto genauer die Höhenbestimmung.

Hier ist die Abweichung teilweise extrem, je nachdem wie gut das Signal ist. Im Wald oder Schluchten kann die Smartwatch auch schon einmal gar kein Empfang haben. Dann weicht auch die Höhenbestimmung extrem (+- 100 Meter) ab.

Kompass

Besonders die Outdoor Smartwatches verfügen zusätlich über einen klassischen Magneten, den Du Dir auf dem Display anzeigen kannst.

Hier wird ganz altmodisch das Magnetfeld der Erde genutzt, um die Himmelsrichtgungen zu bestimmen.

GPS Smartwatch

Dieses Tool ist immer dann Hilfreich, wenn das GPS kein Signal liefert oder Du Batterie sparen willst - für Wanderer oder Bergsteiger also durchaus hilfreich.

Achte aber unbedingt darauf, das Gerät von Magneten fernzuhalten. Das bedeutet auch, dass das Armband Deiner Smartwatch nicht über Magnete verfügen darf, wie das zum Beispiel bei der Apple Waatch 5 der Fall ist.

Aber keine Sorge, Du kannst den Magneten der Smartwatch auch neu kalibrieren.

Gyroskop

Das Gyroskop unterstützt das GPS Signal, indem es Richtungsänderungen erfasst. Es ist mittlerweile Standart, dass die beiden Sensoren gemeinsam verbaut werden.

Mithilfe der Distanzmessung lässt sich mit dem Gyroskop die genaue Strecke nachollziehen.

Dies ist vor Allem dann wichtig, wenn das GPS Signal schwach ist oder sogar ab und an für einen kurzen Zeitraum ganz abreißt.

Beschleunigungssensor

Dieser Sensor ist wohl selbsterklärend: Er erkennnt Beschleunigungen, Abbremsungen aber auch Erschütterungen.

Durch diesen Sensor erhält Deine Fitnessuhr präzisere Daten zu Schrittanzahl, erkennt Aktivitäten, ermittellt Pace und vieles mehr.

GPS & Akkuverbrauch

Du hast jetzt bereits viele Vorteile der GPS Funktion in Smartwatches kennengelernt. Jetzt kommen wir quasi zur einzigsten Schattenseite eines GPS Sensors in Deiner Smartwatch: Die Akkulaufzeit - diese leidet nämlich stark, wenn Du GPS nutzt